Schaufeln, pumpen und einfüllen: Einkaufen im Unverpackt-Laden

Nach dem Rundgang sind die Gläser gefüllt. Foto: Dirk Knofe

Nach dem Rundgang sind die Gläser gefüllt. Foto: Dirk Knofe

Nudeln, Müsli, Kekse, Gummibärchen und sogar Obst. Wenn wir einkaufen gehen, sind die meisten Sachen eingepackt, sehr oft in Plastik. Dabei ent­steht ziemlich viel Müll – und der ist schlecht für die Umwelt. Anders ist das bei Unverpackt-­Läden. Hier kann man fast alles ohne Verpackung kaufen. Wie das funktioniert, haben wir im Laden „Einfach Unverpackt“ in Leipzig getestet.

Schritt 1: Vorbereitung ist alles!
Weil nix verpackt ist, muss man seine Verpackungen selbst mitbringen. Zu Hause suche ich also Tupperdosen, Schraubgläser und Stoffbeutel zusammen und packe sie in meinen Rucksack. Wer seine Behälter vergessen hat oder mehr braucht als gedacht, kann im Laden auch Gläser und Beutel kaufen. Jetzt schnell noch eine Einkaufsliste schreiben, damit ich nichts vergesse. Mit dem Rad fahre ich zum „Einfach Unverpackt“ in der Kochstraße.

Schritt 2: Ab an die Waage!
Dort angekommen müssen alle Gefäße, die ich befüllen will, auf die Waage. Mit einem Stift schreibe ich das Gewicht des leeren Behälters drauf – das wird später beim Bezahlen wichtig. Beim ersten Mal ist das ­alles noch ziemlich neu und aufregend. Pierre, Christin und ihre Mitarbeiter kümmern sich aber um alle „Neuen“ und erklären ihnen geduldig, wie’s funktioniert.

Schritt 3: Jetzt wird befüllt!
Auf meinem Einkaufszettel stehen unter anderem Nudeln, Reis, Waschmittel – und Süßigkeiten. Die Makkaroni purzeln aus einem großen Behälter an der Wand in den Stoffbeutel. Mit einer kleinen Schaufel kommt der Reis in die Dose. Das Waschmittel steht in großen Pumpspendern im Regal. Hier muss ich ganz schön drücken und pumpen, damit das flüssige Waschmittel in meine Flasche fließt. Mehr als 600 Produkte gibt es zu kaufen: Müsli, Nüsse, Mehl, Zucker, Gewürze, Kaffee, Tee, Obst und Gemüse, aber auch Klopapier, Seife und Spülschwämme. Bei den Süßigkeiten kann ich mich kaum entscheiden: Gummibärchen oder Saure Würmer? Beides! Was den gleichen Preis hat, kann ich in einem Glas mischen, ziemlich praktisch!

Schritt 4: Ab an die Kasse!
Der Einkaufskorb ist ganz schön schwer geworden! Pierre, der mit seiner Freundin Christin den Laden vor zwei Jahren eröffnet hat, wiegt noch einmal alle gefüllten Gläser, Beutel und Dosen. Das Leergewicht vom Anfang wird dabei abgezogen, damit ich nur für den Inhalt bezahle. Alles wieder in den Rucksack gepackt – und fertig!

Wirklich gar keine ­Verpackung?
Milch, Joghurt und Getränke bietet der Laden in Pfandflaschen an. Ganz ohne Verpackungsmüll kommt auch „Einfach Unverpackt“ nicht aus: „Das Meiste bekommen wir in 25-Kilo-Papiersäcken ­geliefert, zum Beispiel Hülsenfrüchte, Getreide und Müsli“, erklärt Pierre. Manches kommt aber auch in Plastik verpackt im Laden an, wie Gummibärchen und Trockenfrüchte. Trotzdem wird am Ende so Müll gespart, weil es ein großer Sack statt viele kleine Tüten sind. Ein Zehn-Liter-Eimer mit Plastikmüll fällt pro Woche im Laden an.

Fazit
Das Einkaufen im Unverpackt-­Laden dauert länger als im normalen Supermarkt, vor allem beim ersten Mal. Dafür kann man genau so viel kaufen, wie man braucht und eigene Mischungen zusammenstellen, zum Beispiel beim Müsli oder bei Süßigkeiten. Mir hat es außerdem Spaß gemacht, zu schaufeln, zu pumpen und einzufüllen.
Weiterer Pluspunkt für die Umwelt: Fast alles ist in Bio-Qualität. So günstig wie beim Discounter ist es in Unverpackt-Läden nicht. Aber: „Wir sind nicht teurer als ein Bio-Supermarkt“, sagt Inhaber Pierre.

Einfach Unverpackt
Kochstraße 6, 04275 Leipzig (Südvorstadt)
Weitere Informationen finden Sie unter www.einfach-unverpackt.de

Hier gibt es allgemeine Infos, warum wir uns mehr Gedanken um das Thema Plastik machen sollten: www.oekoleo.de

Von Nadine Marquardt

 

Schlingelschlauer Tipp: Was mache ich, wenn es bei mir keinen ­Unverpackt-Laden gibt?

Auch beim Einkaufen im normalen Supermarkt kann man Verpackung und Plastik einsparen. Bringen Sie einfach Ihre eigenen Einkaufsbeutel mit, statt neue zu kaufen. Obst und Gemüse lieber lose kaufen und die kleinen Plastiktüten dafür wieder verwenden. Brot und Brötchen kann man sich direkt in einen sauberen Stoffbeutel einpacken lassen. Probieren Sie es einfach mal aus und schauen Sie, wie es bei Ihnen und Ihrer Familie funktioniert. Und nicht ­aufgeben, wenn nicht gleich alles klappt: Jedes Stück Plastik, das Sie einsparen, hilft der Umwelt. Auch, wenn Sie Ihr Essen in einer Brotdose mitnehmen und für Getränke wiederbefüllbare Trinkflaschen benutzen.

 

Mehr Infos zum Thema Müllvermeidung finden Sie hier:

 

BLOGS

Zero Waste Familie – Eine Familie macht Müll-Diät. Mit vielen Erfahrungsberichten und praktischen Alltags-Tipps für Eltern und Kinder: www.zerowastefamilie.de

 

Ganze viele Tipps zum Müllvermeiden, zum Selbermachen, Einkaufen und Alltagsprobleme gibt es im Blog von Shia.

 

VIDEOS

Anna und Dario machen den Test: Ist ein Leben ohne Plastik denkbar?

Fritz Fuchs und sein Hund Keks haben sich einer ganzen Löwenzahn-Sendung dem Thema Plastik gewidmet.

 

 

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