„Ein ordentlicher Schwapp Liebe auf die Bühne“ – Lukas von Deine Freunde im Interview

Deine Freunde: Das sind (von links) Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli. Foto: Michi Schunck

Deine Freunde: Das sind (von links) Florian Sump, Lukas Nimscheck und Markus Pauli. Foto: Michi Schunck

Deine Freunde – das ist gerade die wohl angesagteste Band bei Kindern. Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimscheck machen coole Musik mit witzigen Texten über Schokolade, Hausaufgaben oder die besten gemeinsten Eltern der Welt. Mit ihrem neuen Album „Keine Märchen“ sind sie gerade auf Tour und spielen am 9. und 10. Februar in Leipzig sowie am 11. Februar in Dresden. Wir haben mit Lukas über seine Lieblingsmärchen, die Quälerei beim Klavierunterricht und die Show gesprochen.

Eure neue CD heißt „Keine Märchen“. Mögt ihr keine Märchen?

Doch, wir mögen Märchen sehr gerne. Wir haben die CD nicht gemacht, weil Märchen so schrecklich sind. Aber wir fanden, es ist an der Zeit, ehrlich über Märchen­ zu reden. Denn die sind zwischendurch echt brutal, deswegen muss man sie immer bis zu Ende hören.

Was ist dein Lieblingsmärchen?

Ich habe mehrere. Ich habe ein trauriges Lieblingsmärchen, „Die Gänsemagd“. Da geht es um eine Prinzessin, die verwechselt wird und sich als Magd verdingen muss. Ihrem sprechenden Pferd Fallada wird der Kopf abgeschlagen und an ein Tor genagelt. Ich fand es als Kind ziemlich verrückt, dass das Pferd immer wieder gesagt hat: „Wenn das deine Mutter wüsste, ihr Herz tät ihr zerspringen“. Aber auch hier wird am Ende alles gut. Mein zweites Lieblingsmärchen ist „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“. Ich habe als Kind viele DDR-Hörspielkassetten mit Märchen gehört, die waren grandios. Und ich bekam auch russische Märchen vorge­lesen wie „Die schöne Warwara“.

Hast du ein Lieblingslied von der CD?

Das ändert sich immer wieder. Wir sind erst seit Januar auf Tour. Die CD ist auch für uns relativ neu. Live habe ich sehr viel Spaß mit dem Song „Fontanelle“. Dazu haben wir eine Choreo. Ich mag aber auch „Keine Märchen“, weil es da auch eine Bühnenüberraschung gibt.

Im Song „Fontanelle“ geht es um die kleine weiche Stelle am Kopf von Babys, wo die Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen sind. Wie seid ihr darauf gekommen?

Um Ideen für das neue Album zu finden, haben wir uns in ein Ferienhaus an der Ostsee eingeschlossen. Als wir die Idee zu „Fontanelle“ hatten, haben wir erstmal stunden­lang gelacht. Aber dann war relativ schnell klar: Alle hatten eine Fontanelle, kennen die aber gar nicht. Wir dachten, es ist Zeit einen Song für die Fontanelle zu machen. Das ist auch die Idee mit unserer Musik. Wir machen keine Musik, die Kinder immer gleich verstehen müssen. Sie können ja ihre Eltern fragen. Wenn Zuhause Fragen und Gespräche entstehen, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt.

Ihr seid gerade auf Tour – Was ist das Schönste für dich bei den Konzerten?

Das Verrückteste ist, wenn man zwei Monate, nachdem die CD raus ist, die wir im stillen Kämmerlein gemacht haben, in eine fremde Stadt kommt und vor 2000 Leuten steht, die alle die Texte auswendig können. Kinder hören ja viel inbrünstiger Musik als Erwachsene, die können alle den Text. Beim Konzert kriegen wir einen ordentlichen Schwapp Liebe auf die Bühne von den Familien. Die Eltern, Kinder und wir erleben zusammen einen coolen Nachmittag, das ist ein schönes Gefühl.

Gibt es etwas, was du immer auf Tour mitnimmst?

Ich habe immer meinen Glubschi „Affi“ dabei. Das ist ein kleiner rosa Affe, der auf Tour mitkommt. Wir haben ihn auf einem Rastplatz in Mecklenburg-Vorpommern gekauft. Wir erzählen „Affi“ aber, dass er dort geboren wurde.

Was macht ihr eigentlich nach einem Konzert?

Uns wird auf jeden Fall nicht langweilig. Wir sind nur mit Freunden unterwegs, weil wir viele Freunde haben, die im Musikbereich arbeiten. Nach dem Konzert gucken wir gerne Fernsehen und essen viel Tomate mit Mozzarella. Weite Strecken fahren wir mit unserem Tourbus. Das ist sehr gemütlich, kann ich nur empfehlen.

Schreibt ihre eure Songs alle selbst?

Ja, wir schreiben selbst und machen die Musik. Wir machen das zu dritt. Flo macht die meisten Texte. Ich mache meistens das Grundgerüst der Musik und die Melodien. Und Pauli macht es am Computer schön.

Wie schwer oder einfach ist es als Erwachsener Songs für Kinder zu schreiben?

Uns fällt das total leicht, weil wir uns nur erinnern müssen. Wir erinnern uns die ganze Zeit. Viele Sprüche, auch auf dem Schulhof, sind einfach geblieben. Die Themen sind immer noch die gleichen. Wir haben noch eine unendliche Liste mit Themen.

Wie warst du so als Kind?

Ich war ein Mama- und Oma-Kind, bei denen bin ich groß geworden. Ich war gut in der Schule, gar nicht schüchtern, vielleicht ein bisschen altklug. Und ich konnte kein Mathe und keine naturwissenschaftlichen Fächer. Ich habe mir Mühe gegeben, es hat aber nichts genützt.

Du hast als Kind Klavierspielen gelernt – hat dir das Spaß gemacht?

Nee, gar nicht. Ich bin dazu gezwungen worden. Ich hatte eine strenge Klavierlehrerin, die hat mir immer angespitzte Bleistifte unter die Hände gehalten, damit ich ordentlich spiele. Ich habe mich gequält. Dann habe ich mal ausgesetzt und wieder freiwillig angefangen. Dann hat’s klick gemacht, dann fand ich es cool. Weil ich gemerkt habe, dass man damit Musik im Computer machen kann. Also an alle, die Klavier lernen: Quält euch ein bisschen!

Wenn du ein Kind hättest, müsste das dann auch ein Instrument lernen?

Es kommt drauf an. Wenn ich ein Kind hätte, das sehr unmusikalisch ist, dann nicht. Ansonsten müsste es verschiedene Instrumente ausprobieren. Probieren muss sein.

Welche Musik hörst du selbst gerne?

Alles Mögliche. Ich bin derjenige von uns, der am wenigsten Hip-Hop hört. Ich höre sehr viel Popmusik. Ich mag gerne Sia und Bilderbuch. Mir ist es wichtig, dass der Song eine gute Melodie hat.

Für die Kinder, die zu euren Konzerten in Leipzig und Dresden kommen: Was können die erwarten?

Uns in allerbester Laune. Eine große, famose Lichtshow. Wir haben uns für jeden Song was anderes überlegt. Choreos machen wir jetzt auch. Wir spielen hauptsächlich das neue Album, aber auch alte Hits wie „Deine Mutter“, „Häschen hüpf“ und „Erzähl mal“.

Das Interview führte Kinderseiten-Redakteurin Nadine Marquardt

Noch mehr spannenden Lesestoff für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren gibt es jedes Wochenende auf der Kinderseite in der LVZ.

Konzerte

Leipzig: Freitag, 9. Februar und Samstag, 10. Februar, Beginn 17.30 Uhr, Werk 2, Kochstraße 132, 04277 Leipzig. Beide Konzerte sind ausverkauft.

Dresden: Sonntag, 11. Februar, Beginn 17.30 Uhr,  Alter Schlachthof, Gothaer Straße 11, 01097 Dresden

 

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