Märchenhafte Ausstellung eröffnet wieder: Aschenbrödel hält Einzug in Schloss Moritzburg

Die Ausstellung zum beliebten Märchenfilm ist im Winter auf Schloss Moritzburg zu sehen. Foto: dpa

Die Ausstellung zum beliebten Märchenfilm ist im Winter auf Schloss Moritzburg zu sehen. Foto: dpa

Der DDR-Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ ist Kult. Nicht nur Fans zieht es deshalb im Winter nach Moritzburg bei Dresden. Denn dort residieren während der kalten Monate die Prinzessin und der Hofstaat. Am 18. November ist es soweit – die beliebte Ausstellung öffnet ihre Pforten.

Original-Ballkleid, romantischer Winterwald und jede Menge Haselnüsse: Aschenbrödel hält wieder Hof in Moritzburg bei Dresden. In den Räumen des barocken Jagdschlosses von Sachsens legendärem Kurfürst-König August dem Starken (1670-1733) arrangieren die Mitarbeiter die Roben, in denen sie ihren Prinz bezauberte. Das berühmte altrosa Kleid, dessen Kopie 2014 aus der Schau „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gestohlen wurde, ist in einer Vitrine sicher verwahrt.

„Für die interaktive Installation von damals haben wir keinen Platz mehr“, sagt Kuratorin Margitta Hensel. Dafür sind die Täubchen dabei, die der Halbwaisen in dem Märchenfilmklassiker von 1973 helfen, „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ zu sortieren. Eule „Rosalie“ hat es sich in der Box von „Nikolaus“, Aschenbrödels Pferd, gemütlich gemacht. „Alle Kinder lieben es.“

Ein Film erzählt die Geschichte des Schimmels, der neben einem tschechischen Wallach „Nikolaus“ war. „Kalif war ein damals schon altes Zirkuspferd, das nach den Dreharbeiten in einer Sportgemeinschaft in Potsdam-Babelsberg lebte“, sagt Hensel.

Schloss Moritzburg ist einer von vier Originalschauplätzen, an dem die deutsch-tschechische Koproduktion 1973 entstand. Auf der Außentreppe an der Ostseite können Besucher ihren rechten Fuß in einen Messing-Pump stecken, der an eine berühmte Szene mit Hauptdarstellerin Libuše Šafránková erinnert. In der Ausstellung kann eine Nachbildung des Schuhs betrachtet werden, den Aschenbrödel im Winter 1972/73 verlor. „Das Original gehört den Prager Barrandov-Studios“, erklärt Hensel. Dafür zeigen die Moritzburger sechs Originalkostüme, auch das prominente Aschenbrödel-Hochzeitskleid.

Auf rund 450 Quadratmetern können Besucher bis Mitte Februar 2018 in die Szenerie eintauchen, die alljährlich zu Weihnachten im Fernsehen läuft. Der Rundgang führt von der Küche der Stiefmutter durch Nikolaus‘ Stall bis zum Ballsaal.

Fotos, Filme und Videos berichten von Geschichte, Dreharbeiten, Darstellern und Aschenbrödel-Varianten. „Eine Sängerin erzählt die nordische Geschichte von Tuli und den drei Eisblumen“, sagt Hensel. Kinder und Erwachsene können selbst in eine Rolle schlüpfen, dank der nachgeschneiderten Schattenkostüme – Teilroben, die hinten zugebunden werden. „Die sind immer der Renner.“

 

Die Veranstaltungen, in denen das Märchen nachgespielt wird, waren schnell ausgebucht. Auch das Interesse an dem Film selbst, der in einem kleinen Kino läuft, sei groß. „Da stimmt eben alles: tolle Musik, die Bilder, der Humor, niemand ist nur böse, es ist mit Witz und Liebe voll, das ist das, was wir brauchen“, erklärt Angelika Graf von der Museumsdirektion die Faszination. „Und eine freche Prinzessin spricht auch die junge Generation an.“

Die Schau, die im vergangenen Jahr rund 150 000 Besucher zählte, ist auch für den Ort vor den Toren der Landeshauptstadt das Zugpferd im Winter. „Aschenbrödel gehört zu Moritzburg wie Landgestüt oder Schloss“, sagt Bürgermeister Jörg Hänisch. Gastronomen, Kutscher und Übernachtungsbetriebe profitierten in der kalten Jahreszeit. „Es ist ein Aushängeschild.“

dpa

SERVICE zur Ausstellung:

Die Ausstellung ist vom 18. November 2017 bis zum 25. Februar 2018 geöffnet.

Besucher können die Ausstellung täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr besichtigen. Letzter Einlass ist um 16 Uhr.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen 6,50 Euro. Der Eintritt für Kinder (6-16 Jahre) beträgt 1 Euro. Kinder bis 5 Jahre erhalten eine Freikarte (max. 2 Freikarten pro Erwachsener).

Tickets gibt es an zahlreichen Vorverkaufsstellen und vor Ort im Schloss. Außerdem gibt es die Möglichkeit, so genannte „Zeitfenstertickets“ zu kaufen. Diese berechtigen zum Eintritt in die Ausstellung an einem selbst gewählten Tag zu einer bestimmten Zeit (das Zeitfenster beträgt hiernei eine Stunde). Wie lange Besucher in der Ausstellung verweilen, spielt hierbei keine Rolle.

Der Besuch der Ausstellung mit dem Kinderwagen ist leider nicht möglich. Wir bieten Ihnen mit unserem »Kinderwagen-Parkplatz« die Möglichkeit den Wagen während Ihres Besuches vor Ort abzustellen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter www.schloss-moritzburg.de

 

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