
Ein Kreißsaal im St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig. Foto: Regina Katzer
Eine Geburt ist wahrlich kein Spaziergang, aber der Moment, in dem das eigene Kind das Licht der Welt erblickt, entschädigt für alles. Spätestens wenn die frisch gebackene Mama ihr Baby das erste Mal in den Armen hält, ist jede Wehe zuvor vergessen. Doch bis dahin heißt es Zähne zusammenbeißen und pressen. Dabei gibt es verschiedene Gebärpositionen und -hilfsmittel, die der Schwangeren die Geburtsarbeit erleichtern.
Welche die Richtige für Sie ist, entscheidet sich meist erst während der Entbindung, zumal jede Geburt individuell ist und sich der Verlauf nur schwer planen lässt. Auch ein Wechsel der Geburtsstellung ist folglich nichts Ungewöhnliches. Insofern ist es wichtig, sich mit den verschiedenen Geburtsarten vertraut zu machen. Wir stellen Ihnen deshalb die wichtigsten Varianten vor, die in den Kreißsälen der städtischen Geburtskliniken und –häuser angeboten werden.
Kreißbett
Die meisten Frauen entbinden ganz klassisch in einem sogenannten Kreißbett, das heutzutage leicht, d.h. elektrisch, verstellbar ist und eine liegende oder sitzende Position ermöglicht. Beliebt ist auch der Vierfüßlerstand, bei dem die Schwangere verkehrt herum auf dem Bett kniet und sich mit dem Oberkörper auf das hoch geklappte Kopfteil stützt. In dieser aufrechten Gebärhaltung wirkt die Schwerkraft des Säuglings unterstützend und die Richtung zum Drücken wird auf natürliche Weise vorgegeben. Außerdem soll so ein Hohlkreuz vermieden werden.
Gebärhocker
Der Gebärhocker ist ein kleiner Hocker mit einer Aussparung für das Baby, auf dem die Schwangere Platz nimmt. Da es keine Lehne gibt, empfiehlt es sich, dass der werdende Papa hinter ihr sitzt und sie hält. Auf dem Boden liegt eine Matte, auf dem Hebamme und Arzt knien und das Kind empfangen. Die sitzende Position nutzt die Erdanziehungskraft, allerdings kann der Gebärhocker mit zunehmender Zeit unbequem werden, auch aufgrund der Härte.
Seil, Sprossenwand & Co.
Positiv auf den Geburtsvorgang wirkt sich auch eine hängende Gebärhaltung aus, weil hier ebenfalls die Schwerkraft des Kindes ins Spiel kommt. Typische Hilfsmittel sind das Gebärseil und die Sprossenwand, an denen sich die Frau festhält und “fallen lassen” kann. Die senkrechte Hängeposition entlastet zudem den Rücken.
Gebärwanne
Während der Öffnungsphase nehmen viele Frauen ein Entspannungsbad in einer Gebärwanne, weil das warme Wasser entkrampfend und schmerzlindernd wirkt. Häufig verstärken sich die Wehen und die Geburt geht schneller voran. Eine Wassergeburt ist jedoch laut Aussage der Leipziger Krankenhäuser eher die Ausnahme. Dabei ermöglicht es dem Neugeborenen einen sanfteren Übergang vom Mutterleib in die Außenwelt, da das Fruchtwasser dem angenehm temperierten Wasser in der Gebärwanne ähnelt und der Wechsel als nicht so heftig empfunden wird. Durch einen Reflex beginnt das Baby auch erst zu atmen, wenn die Haut mit Luft in Berührung kommt.
ROMA-Geburtsrad

Das ROMA-Geburtsrad im St. Georg Klinikum Leipzig. Foto: St. Georg Klinikum Leipzig
Das ROMA-Rad ist ein Geburtsgestell, in dem die Schwangere eine aufrechte Position einnehmen kann. Ähnlich wie in einer Hängematte kann sie darin sitzen oder fast liegen, die Beine können bequem gelagert werden. In der Schwebe sanft wippend und schaukelnd, hilft die Schwerkraft beim Fortschreiten der Geburt und ein Überstrecken des Rückens wird verhindert. In Leipzig ist nur die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des St. Georg mit solch einem Gerät ausgestattet.
Constanze Dietsch
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